Pleiten, Pech und Pannen

Vielleicht erscheint es Einigen von Ihnen etwas langweilig in einem Chor zu singen, aber es bringt oft große Aufregung und viele kleine Abenteuer mit sich.

Das beginnt schon in den wöchentlichen Proben mit der spannenden Frage: Werde ich sie erkennen, die Sängerinnen und Sänger? Trotz ihrer Vermummung?  Da man in unserem Probenraum niemals vorhersagen kann, wie warm es dort sein wird, steigern wir im Spätsommer den Umsatz des Berliner Einzelhandels und investieren in warme Kleidung, wie Thermounterwäsche, Vliesjacken oder Ganzkörperumhänge und natürlich Wollmützen, die besonders im Bass beliebt sind.  Im Sommer dagegen ist so ein schöner kühler Raum durchaus angenehm…

Vor unseren Konzerten gibt es für die Organisatoren viele Möglichkeiten bei der Gestaltung  unseres  Namens:

Heißen wir Cantus ergo ßum?  Oder Canto ergo sssum? Vielleicht aber auch Canto ergo stern?

Na, Hauptsache unsere Chorleiterin Frau Stürzenbecher weiß genau Bescheid, um wen es da wohl gehen könnte.

Dann ist es auch nicht immer einfach, die Auftrittsorte zu erreichen. Der öffentliche Nahverkehr hat ganzjährig seine Tücken und auch Fahrgemeinschaften bieten keinerlei Sicherheit für ein rechtzeitiges Eintreffen.  Beim Adventskonzert in Sperenberg fehlte 2009 nach einem Autounfall gleich eine ganze Stimmgruppe – der Alt war sozusagen „liegen geblieben“. Und selbst wenn man den richtigen Ort zur richtigen Zeit erreicht hat, kann man in Eberswalde im Winter immer noch vor der falschen Kirche stehen, ohne die Handynummern der anderen Sänger dabei zu haben.

Wenn dann das Konzert beginnt und die Ansage der Titel erfolgen soll, kommt die nächste Herausforderung: Wie heißen sie denn nun wirklich, die ehrwürdigen Komponisten? Rhonda Polay? Emile Gardaz? Oder Zoltan Kodaly? Mit diesen Schwierigkeiten stehen wir nicht allein da und so wurde beim Tierparkfest im Jahr 2005 auch schon mal ein Titel von Claudia Monteverdi  angesagt und selbstverständlich auch von uns gesungen.

Wilhelm Busch schrieb dazu:

Der klugen Leute Ungeschick stimmt uns besonders heiter.

Man fühlt doch für den Augenblick  sich auch einmal gescheiter.

Wir singen in verschiedenen Sprachen und diese  sind manchmal ausgefallener, als wir selber denken – nach Meinung des Publikums können wir sogar gälisch singen!